Schlagwort: Lockdown

12. Oktober 2021

Heute habe ich nach 1½ Jahre wieder einen Friseursalon besucht. Damals hatte der Friseur meines geringsten Misstrauens – noch vor dem Lockdown – mir eine Glatze rasiert. Als die Friseure wegen des Lockdowns lange geschlossen hatten, habe ich mir meine Glatze mehr oder wenig regelmäßig mit der Haarschneidemaschine selbst rasiert.

Nachdem im letzten halben Jahr meine Haare wieder sprießen, hat heute der Friseur meines geringsten Misstrauens aus den dann gewachsenen Haaren eine Frisur gezaubert. Jetzt werde ich den Friseursalon auch wieder regelmäßig besuchen.

23. März 2021

Vor einem Jahr hatten wir den ersten Lockdown und Kontaktbeschränkungen. Toilettenpapier, Nudeln, Mehl und Hefe wurden knapp. Der Egoismus der Leute wurde immer deutlicher sichtbar.

Und heute Nacht – genau ein Jahr später – haben die Damen und Herren Politiker den Lockdown light bis Mitte April verlängert und ein bisschen die Notbremse gezogen. Aber nur zögerlich und auch nicht sofort, sondern erst in knapp 1 ½ Wochen zu Ostern. Jetzt müssen nur noch das Coronavirus-Varianten überzeugt werden bis Ostern eine Pause einzulegen, damit die „Notbremse“ auch funktioniert.

Die freiwillige „erweiterte Ruhezeit“ zu Ostern und der Apell der Politik über Ostern zuhause zu bleiben, fordert wieder die Eigenverantwortung der Menschen voraus. Und das mit der Eigenverantwortung hat schon über ein Jahr nicht so richtig funktioniert. Die Menschen machen alles das, was nicht ausdrücklich verboten ist. Und Karsamstag ist der Lebensmitteleinzelhandel geöffnet. Da geht noch was.

8. März 2021

Der Lockdown wird bis zum 28. März mit einem Stufenplan verlängert, der Lockerungen für Handel, Sport und Kultur vorsieht – ein Tanz auf dünnem Eis. Buchhandlungen, Blumengeschäfte, Schreibwarenläden und Gartenmärkte dürfen schon jetzt wieder öffnen. Bei NRW-Inzidenz unter 100 dürfen auch alle anderen Einzelhandelsgeschäfte wieder aufmachen. Einkaufen ist allerdings nur nach vorheriger Terminvergabe und mit begrenzter Kundenzahl möglich. Unter einem NRW-Inzidenzwert von 50 entfällt die vorherige Terminvergabe im Einzelhandel und die Außengastronomie darf (frühestens ab 22. März) wieder öffnen. In allen geschlossenen Räumen mit Publikumsverkehr muss eine medizinische Maske getragen werden. Für mich persönlich ändert sich da nichts – ich warte noch immer darauf, dass ich einen Impftermin buchen kann. Wann das ist, ist höchst ungewiss. Obwohl Testen und Impfen angesagt ist, sind zu wenig Tests und Impfdosen verfügbar.

Nach dem heutigen Stand kann ich frühestens Ende April / Anfang Mai einen Corona-Impftermin buchen. Realistisch betrachtet heißt das, dass ich (zur Risikogruppe und Impfgruppe 2 gehörend) vielleicht noch in diesem Jahr geimpft werde. Und das vor dem Hintergrund, dass die WHO (Weltgesundheitsorganisation) das Ende der Pandemie in diesem Jahr für unwahrscheinlich hält. Dann wird wohl die Corona-Impfung jedes Jahr (wie die Grippe-Impfung) bei jedem neu aufgefrischt werden.

Ach, übrigens, der Inzidenzwert heute liegt bei 65,8 in ganz NRW und bei 87,8 in Duisburg bei einer Reproduktion von über 1 in NRW.

22. Februar 2021

Ab heute öffnen die Schulen und Kitas wieder schrittweise. Der Lockdown mit Kontaktbeschränkungen und Tragepflicht medizinischer Masken in vielen Teilen der Öffentlichkeit ist bis zunächst 7. März verlängert worden. Ab dem 1. März dürfen dann wieder Friseure unter Hygiene-Auflagen öffnen und ab einem Inzidenzwert unter 35 pro 100.000 Einwohnern in 7 Tagen darf der Einzelhandel dann unter Auflagen wieder öffnen.

Pünktlich zu den Lockerungen der coronabedingten Einschränkungen und den steigenden Frühlingstemperaturen steigen auch seit Tagen die Infektionen und die Reproduktionszahl. Manche sprechen vom Beginn der dritten Welle. Bei aller Vorfreude auf den Frühling befürchte ich nun die Unbekümmertheit der Leute in ihrem Tun bei den steigenden Frühlingstemperaturen und weiter steigende Zahlen.

Das mit den Impfungen läuft ziemlich schleppend. Bis ich (in Gruppe 2) dran bin, wird es wohl Herbst sein.

22. Januar 2021

Der Lockdown mit den bisher beschlossenen Kontaktbeschränkungen wird bis min. 14. Februar 2021 verlängert. Außerdem ist in Geschäften und dem ÖPNV das Tragen von medizinischen Masken (OP- oder FFP2-Masken) Pflicht. Arbeitgeber müssen (wo es möglich ist) Home-Office anbieten.

Nachdem der Reha-Sport seit letztem Sommer nicht mehr stattfindet, habe ich heute wieder mit dem häuslichen Sport angefangen. Das erste Training bestand aus 5 Minuten Aufwärmen, 10 Minuten Gymnastik und 5 Minuten Entspannungsübungen. Dabei kontrolliere ich zwischen den Trainingseinheiten, wie ich es im Reha-Sport gelernt habe, meinen Puls. Mein nächstes Ziel ist es, diese Einheiten so nach und nach um das 3-fache zu steigern, sodass ich auf 1 Stunde Sport pro Woche komme.

Die Kennzahlen der Pandemie gehen ganz langsam herunter, sind aber immer noch sehr hoch. Dieses Jahr sind auch noch einige Landtagswahlen und die Bundestagswahl. Mir macht deshalb Sorge, dass die weitere Bekämpfung des Virus und die angelaufenen Impfungen zu viel vom Wahlkampfgetöse der Parteien bestimmt wird.

3. Januar 2021

Die Weihnachtstage habe ich mit der Liebsten in der Ferienwohnung verbracht. Wir hatten uns wegen Corona schon 3 Monate nicht mehr persönlich gesehen und hatten uns deshalb viel zu erzählen. Den Jahreswechsel haben wir zu zweit mit Musik, Sekt und alkoholfreiem Gerstensaft in der Stadtwohnung gefeiert – ohne Böller und ohne Raketen, wie jedes Jahr.

Am 2. Weihnachtstag und in den Folgetagen sind die ersten Hochbetagten sowie Pflegekräfte in den Altenheimen gegen Corona geimpft worden. Die Impfzentren der Städte und Kreise sind ja schon seit Mitte Dezember 2020 einsatzbereit. Die Produktion und Verteilung der Impfstoffe läuft so langsam an.

Jetzt warten alle auf verlässliche Zahlen, wie sich das Pandemiegeschehen über die Feiertage und den Jahreswechsel entwickelt hat. Der seit Mitte Dezember verkündete Lockdown war ja bis zum 10. Januar begrenzt. Nach dem, was bisher bekannt ist, wird der Lockdown aber verlängert. Es fragt sich nur, wie lange. Wenn ich das ganze Drumherum und das Verhalten der Leute so betrachte, wird der Lockdown wohl bis in den Mai hinein vonnöten sein.

16. Dezember 2020

Ab heute müssen – wie schon im März – wieder alle Geschäfte schließen, bis auf Lebensmittelläden und Geschäfte, die Waren des täglichen Bedarfs verkaufen. Und auch die Friseure müssen dicht machen, nur Lieferdienste sind erlaubt. In Schulen endet der Präsenzunterricht und in Kitas wird nur noch eine Notfallbetreuung aufrechterhalten. Der Verkauf von Böllern ist untersagt und an Silvester (und Neujahr) gilt ein Versammlungsverbot. Zitat Deutsche Umwelthilfe: „Erstmals stoppt die Bundesregierung den bisherigen irren Brauch, zum Jahreswechsel Sprengstoff in die Hände von Betrunkenen zu geben.“ Des Weiteren ist der Konsum von Alkohol in der Öffentlichkeit untersagt.

Jetzt bleibt der Politik – als Steigerung der zu treffenden Maßnahmen – nur noch die nächtliche oder generelle Ausgangssperre und das Separieren der Alten und Kranken. Es wird immer deutlicher, dass (wie ich schon Ende Oktober schrieb) Politik, Verwaltung und Bevölkerung mit der Bewältigung dieser Krise überfordert sind und mit der Verfügbarkeit eines Impfstoffs das Virus noch lange nicht besiegt ist.

Es steht uns noch ein ereignisreiches Jahr 2021 bevor.

26. November 2020

So, nun ist es amtlich. Der Teil-Lockdown – der zunächst bis Ende November galt – wird verlängert. Bis Weihnachten bleiben weite Teile des öffentlichen Lebens geschlossen und private Zusammenkünfte werden weiter verschärft. Das sind überwiegend Maßnahmen, die nur schwer bis gar nicht kontrolliert werden können. In Geschäften dürfen sich weniger Personen aufhalten und die Pflicht zum Tragen eines Mund-/Nasenschutzes wird ausgeweitet. Die Weihnachtsferien werden verlängert und bis dahin wird ein sogenannter Hybrid-Unterricht mit kleineren Kassen möglich sein. Für die Feiertage vom 23. Dezember bis 1. Januar sind Lockerungen bei den Kontaktbeschränkungen vorgesehen, es soll sich aber nur der engste Familien- oder Freundeskreis treffen.

Im Endeffekt geht es – meines Erachtens – in erster Linie ums Geld. Deshalb hat dieser verlängerte Teil-Lockdown auch nur relativ milde Verbote (gegenüber dem restlichen Europa um uns herum). In Deutschland setzt die Politik zunächst auf die Eigenverantwortung, Geduld, Solidarität und Disziplin eines jeden Einzelnen.

Da bleibt für mich nichts anderes übrig, als noch mehr das Verhalten meiner Mitmenschen im Blick zu haben und auf soziale Kontakte zu verzichten. Also bleibe ich weiterhin überwiegend zu Hause, gehe nur zu verkehrsarmen Zeiten mit genügend Abstand zu anderen Menschen einkaufen oder spazieren und habe ansonsten – bis auf erforderliche Arztbesuche – keinerlei persönliche Kontakte zu anderen Menschen. Bis auf Weihnachten und Silvester, da bin ich (nach 3 Monaten) wieder mit der Liebsten zusammen.

Mitte Januar nächsten Jahre werden wir dann an den Corona-Zahlen sehen, wie es mit der Eigenverantwortung, Solidarität und Disziplin der Menschen über die Feiertage ausgesehen hat. Ich befürchte, dass dann die Zahlen in die Höhe geschnellt sind und der erste richtige Lockdown ausgerufen wird.

2. November 2020

Es gibt wieder (zunächst bis Ende November) einen sogenannten Teil-Lockdown – das öffentliche Leben in ganz Deutschland wird massiv heruntergefahren und es werden Kontaktbeschränkungen verordnet. In der Öffentlichkeit dürfen sich nur noch Angehörige zweier Haushalte treffen und touristische Übernachtungen sind verboten.

Geschlossen sind: Gastronomiebetriebe, Restaurants, Bars, Clubs, Diskotheken, Kneipen, Messen, Kinos, Freizeitparks, Spielhallen, Spielbanken, Wettannahmestellen, Bordelle, Sportanlagen, Schwimm- und Spaßbäder, Fitnessstudios, Kosmetikstudios, Massagepraxen, Tattoo-Studios.

Weiterhin geöffnet sind: Einzelhandel, Schulen, Kindergärten, Gottesdienste, Physiotherapeuten, Friseure.

Dieses Jahr wird Weihnachten wahrscheinlich anders als all die Jahre davor. Schon Ostern waren die Liebste und ich schon wegen der Coronakrise nicht zusammen. Wir telefonieren zwar täglich miteinander, aber das ersetzt keine Nähe.

O-Ton Bundeskanzlerin Angelika Merkel: „Wenn wir im November alle sehr vernünftig sind, dann werden wir uns mehr Freiheiten zu Weihnachten erlauben können. Für Treffen von »Kernfamilien« gebe es Vorschläge für Vorsichtsmaßnahmen wie eine Vor-Quarantäne, das müsse man dann sehen. Es wird ein Weihnachten unter Corona-Bedingungen sein, aber es soll kein Weihnachten in Einsamkeit sein.“