Schlagwort: Handel

1. März 2021

Nachdem die Schulen und Kitas schon wieder eine Woche geöffnet sind, öffnen heute auch die Friseure unter Hygieneauflagen und nur mit Terminvorbestellung. Die ersten Salons haben schon seit Mitternacht geöffnet. Währenddessen ringt die Politik um weitere Öffnungen des Einzelhandels und Lockerungen der Kontaktbeschränkungen. Doch ungeachtet dieses parteipolitischen Geplänkels (2021 ist Bundestagswahl und mehrere Landtagswahlen) breiten sich die Mutationen des Virus vermehrt aus und die Reproduktionszahl steigt wieder. Das sonnige Wetter treibt die Menschen unbekümmert und in Massen auf die Promenaden und Grünflächen, oft ohne Abstand und Maske. Das mutierte Virus freut sich unterdessen und verbreitet sich wieder schneller.

Die Organisation der Impfungen und die technische Ausstattung der Gesundheitsämter sind gelinde gesagt unter aller Sau. Manche Menschen nehmen ihren Impftermin nicht wahr, weil sie lieber mit einem anderen Impfstoff geimpft werden wollen und einige Gesundheitsämter installieren zwar eine bundesweit eingesetzte Software, aber benutzen weiterhin Faxgerät und Exceltabelle zur Kontaktverfolgung. Es ist schon grotesk, wenn Dokumente mit einem Faxgerät versendet und nach Empfang dann wieder eingescannt werden.

Und die Gastronomie, der Handel, die Fitness- und Reisebranche usw. fordern eine sofortige Lockerung aller Einschränkungen. Die Politik wird schon auf die, die am lautesten schreien, hören. Bei den Friseuren hat es ja auch geklappt und Wahlkampf der Parteien um die Gunst der Wähler ist im vollen Gange.

Es ist frustrierend, wie egoistisch die Gesellschaft ist und wie schlecht es um die Digitalisierung in Deutschland bestellt ist. Es werden immer mehr gesellschaftliche und politische Versäumnisse der Vergangenheit sichtbar. Kurz gesagt, wir – die Gesellschaft und die Politik – haben es verkackt. Jetzt schaut jeder auf die sich anbahnende dritte (und vierte, fünfte …) Welle.

2. Juli 2020

Seit diesem Monat hat unsere Obrigkeit ja bekanntlich wegen der Corona-Krise die Mehrwertsteuer gesenkt und das wird jetzt vom Handel kräftig beworben.

Ein Beispiel aus der Lebensmittelbranche – das mir aufgefallen ist – zeigt, dass die Mischkalkulation der Händler funktioniert. Vor der Mehrwertsteuersenkung kostete das Glas Konfitüre, das ich bevorzuge, als Normalpreis 1,59 Euro. Und nach der Mehrwertsteuersenkung kostet dieses Glas Konfitüre als Normalpreis 1,65 Euro, also fast 4 % mehr.

Dinge, die man gewöhnlich seltener braucht, sind dagegen im Cent-Bereich mit großem Werbe-Tamtam im Preis gesenkt worden. Unterm Strich hat der Händler dabei wohl ein Plus gemacht, um den großen Gewinner dieser, auf ein halbes Jahr befristeten Aktion, bezahlen zu können.

Anmerkung: Ich kaufe diese Konfitüre immer zum Angebotspreis zwischen 0,99 Euro und 1,19 Euro.