Schlagwort: Friseur

12. Oktober 2021

Heute habe ich nach 1½ Jahre wieder einen Friseursalon besucht. Damals hatte der Friseur meines geringsten Misstrauens – noch vor dem Lockdown – mir eine Glatze rasiert. Als die Friseure wegen des Lockdowns lange geschlossen hatten, habe ich mir meine Glatze mehr oder wenig regelmäßig mit der Haarschneidemaschine selbst rasiert.

Nachdem im letzten halben Jahr meine Haare wieder sprießen, hat heute der Friseur meines geringsten Misstrauens aus den dann gewachsenen Haaren eine Frisur gezaubert. Jetzt werde ich den Friseursalon auch wieder regelmäßig besuchen.

1. März 2021

Nachdem die Schulen und Kitas schon wieder eine Woche geöffnet sind, öffnen heute auch die Friseure unter Hygieneauflagen und nur mit Terminvorbestellung. Die ersten Salons haben schon seit Mitternacht geöffnet. Währenddessen ringt die Politik um weitere Öffnungen des Einzelhandels und Lockerungen der Kontaktbeschränkungen. Doch ungeachtet dieses parteipolitischen Geplänkels (2021 ist Bundestagswahl und mehrere Landtagswahlen) breiten sich die Mutationen des Virus vermehrt aus und die Reproduktionszahl steigt wieder. Das sonnige Wetter treibt die Menschen unbekümmert und in Massen auf die Promenaden und Grünflächen, oft ohne Abstand und Maske. Das mutierte Virus freut sich unterdessen und verbreitet sich wieder schneller.

Die Organisation der Impfungen und die technische Ausstattung der Gesundheitsämter sind gelinde gesagt unter aller Sau. Manche Menschen nehmen ihren Impftermin nicht wahr, weil sie lieber mit einem anderen Impfstoff geimpft werden wollen und einige Gesundheitsämter installieren zwar eine bundesweit eingesetzte Software, aber benutzen weiterhin Faxgerät und Exceltabelle zur Kontaktverfolgung. Es ist schon grotesk, wenn Dokumente mit einem Faxgerät versendet und nach Empfang dann wieder eingescannt werden.

Und die Gastronomie, der Handel, die Fitness- und Reisebranche usw. fordern eine sofortige Lockerung aller Einschränkungen. Die Politik wird schon auf die, die am lautesten schreien, hören. Bei den Friseuren hat es ja auch geklappt und Wahlkampf der Parteien um die Gunst der Wähler ist im vollen Gange.

Es ist frustrierend, wie egoistisch die Gesellschaft ist und wie schlecht es um die Digitalisierung in Deutschland bestellt ist. Es werden immer mehr gesellschaftliche und politische Versäumnisse der Vergangenheit sichtbar. Kurz gesagt, wir – die Gesellschaft und die Politik – haben es verkackt. Jetzt schaut jeder auf die sich anbahnende dritte (und vierte, fünfte …) Welle.

22. Februar 2021

Ab heute öffnen die Schulen und Kitas wieder schrittweise. Der Lockdown mit Kontaktbeschränkungen und Tragepflicht medizinischer Masken in vielen Teilen der Öffentlichkeit ist bis zunächst 7. März verlängert worden. Ab dem 1. März dürfen dann wieder Friseure unter Hygiene-Auflagen öffnen und ab einem Inzidenzwert unter 35 pro 100.000 Einwohnern in 7 Tagen darf der Einzelhandel dann unter Auflagen wieder öffnen.

Pünktlich zu den Lockerungen der coronabedingten Einschränkungen und den steigenden Frühlingstemperaturen steigen auch seit Tagen die Infektionen und die Reproduktionszahl. Manche sprechen vom Beginn der dritten Welle. Bei aller Vorfreude auf den Frühling befürchte ich nun die Unbekümmertheit der Leute in ihrem Tun bei den steigenden Frühlingstemperaturen und weiter steigende Zahlen.

Das mit den Impfungen läuft ziemlich schleppend. Bis ich (in Gruppe 2) dran bin, wird es wohl Herbst sein.

16. Dezember 2020

Ab heute müssen – wie schon im März – wieder alle Geschäfte schließen, bis auf Lebensmittelläden und Geschäfte, die Waren des täglichen Bedarfs verkaufen. Und auch die Friseure müssen dicht machen, nur Lieferdienste sind erlaubt. In Schulen endet der Präsenzunterricht und in Kitas wird nur noch eine Notfallbetreuung aufrechterhalten. Der Verkauf von Böllern ist untersagt und an Silvester (und Neujahr) gilt ein Versammlungsverbot. Zitat Deutsche Umwelthilfe: „Erstmals stoppt die Bundesregierung den bisherigen irren Brauch, zum Jahreswechsel Sprengstoff in die Hände von Betrunkenen zu geben.“ Des Weiteren ist der Konsum von Alkohol in der Öffentlichkeit untersagt.

Jetzt bleibt der Politik – als Steigerung der zu treffenden Maßnahmen – nur noch die nächtliche oder generelle Ausgangssperre und das Separieren der Alten und Kranken. Es wird immer deutlicher, dass (wie ich schon Ende Oktober schrieb) Politik, Verwaltung und Bevölkerung mit der Bewältigung dieser Krise überfordert sind und mit der Verfügbarkeit eines Impfstoffs das Virus noch lange nicht besiegt ist.

Es steht uns noch ein ereignisreiches Jahr 2021 bevor.

2. Juni 2020

Heute habe ich mir zum ersten Mal im Leben die Haare selbst geschnitten – entstanden ist eine mit einer Bartschneidemaschine gezauberte „moderne“ 3 mm Kurzhaarfrisur. Es bedarf schon einiger Verrenkungen vor dem Badezimmerspiegel, um den Nacken auszurasieren und die Ohrhaare zu entfernen. Dafür ging der – in den letzten 3 Monaten gewachsenen Bart – bedeutend besser ab. Jetzt sieht er wieder wie ein ordentlicher 3-Tage-Bart aus.

In den vergangenen Pfingsttagen habe ich bei sonnigem Wetter eine Fototour mit meinem Tricycle-Pedelec durch’s Heimatkaff unternommen und beim anschließenden Kaffeetrinken im Stamm-Biergarten einen alten Kumpel getroffen. Es war erfrischend, sich mal wieder persönlich mit anderen als sich selbst zu unterhalten. Es mussten zwar (zur evtl. Rückverfolgung) Name und Adresse / Telefonnummer hinterlassen und der obligatorische Abstand von 1,50 Meter zu „Fremden“ eingehalten werden, aber es ist wenigstens ein bisschen „Normalität“ wahrnehmbar.

4. Mai 2020

Ab heute dürfen Friseure, Museen, Tierparks und Kirchen – unter Einhaltung einiger Hygiene-Vorgaben – wieder öffnen. Die Friseure sind jetzt schon für Wochen ausgebucht, obwohl nach ersten Umfragen erst 10% der Bevölkerung schon einen Friseurtermin haben. So wie es aussieht, werden Friseurtermine das neue Toilettenpapier – also Mangelware.

Mein Optiker des geringsten Misstrauens hat auch ab heute wieder zu den üblichen Geschäftszeiten geöffnet. Da am Wochenende an meiner PC-Brille ein Nasenpuffer abgegangen ist, habe ich mir die Brille reparieren lassen. Die Türe des Geschäfts steht offen, ist aber mit einem Werbeaufsteller versperrt, sodass man nur nach Aufforderung das Geschäft betreten kann. Als ich im Geschäft war und freundlich bedient wurde, schlenderte ein ergrauter Mann (der altersbedingt wohl zur Corona-Risikogruppe gehört) an dem Geschäft vorbei, blieb genau vor der geöffneten Eingangstüre stehen, schaute sich unsicher um, spucke auf den Boden und ging seelenruhig weiter. Der Optiker– mit einem entsetzten Gesichtsausdruck – konnte nur noch stammeln: „Das gibt’s doch nicht, der rotzt da hin!“

7. April 2020

Für den heutigen Tag war ursprünglich ein Friseur-Termin vorgesehen. Da wegen der Coronakrise die Friseure aber geschlossen haben, lasse ich jetzt Haar und Bart einfach wachsen. Je länger die Pandemie dauert, um so länger werden die Haare und der Bart.

Bevor alle anderen die Getränkemärkte wegen Ostern stürmen, habe ich heute Vormittag meinen Wasservorrat aufgefüllt und 4 Kästen Mineralwasser käuflich erworben. Nebenbei habe ich noch das Altglas in den Container entsorgt und Lotto für die nächsten 5 Wochen abgegeben.

Was mir beim Einkaufen mit den Einschränkungen des Abstand Haltens während der Coronakrise besonders auffällt, sind die doofen, renitenten Rentner. Die stellen sich, um ein Pläuschchen miteinander zu halten, so vor die Einkaufswagen-Abstellfläche, dass kein Mensch mehr einen Einkaufswagen nehmen kann ohne die Abstandsregeln zu verletzten. Oder sie stehen in einer größeren Gruppe mitten im Eingangsbereich, so dass keiner mehr vorbeikommt. Und wenn dann jemand höflich darum bittet, doch bitte Platz zu machen, regen sich diese doofen, renitenten Rentner lautstark schimpfend auf.