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Corona Diary

2. Juni 2020

Heute habe ich mir zum ersten Mal im Leben die Haare selbst geschnitten – entstanden ist eine mit einer Bartschneidemaschine gezauberte „moderne“ 3 mm Kurzhaarfrisur. Es bedarf schon einiger Verrenkungen vor dem Badezimmerspiegel, um den Nacken auszurasieren und die Ohrhaare zu entfernen. Dafür ging der – in den letzten 3 Monaten gewachsenen Bart – bedeutend besser ab. Jetzt sieht er wieder wie ein ordentlicher 3-Tage-Bart aus.

In den vergangenen Pfingsttagen habe ich bei sonnigem Wetter eine Fototour mit meinem Tricycle-Pedelec durch’s Heimatkaff unternommen und beim anschließenden Kaffeetrinken im Stamm-Biergarten einen alten Kumpel getroffen. Es war erfrischend, sich mal wieder persönlich mit anderen als sich selbst zu unterhalten. Es mussten zwar (zur evtl. Rückverfolgung) Name und Adresse / Telefonnummer hinterlassen und der obligatorische Abstand von 1,50 Meter zu „Fremden“ eingehalten werden, aber es ist wenigstens ein bisschen „Normalität“ wahrnehmbar.

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4. Mai 2020

Ab heute dürfen Friseure, Museen, Tierparks und Kirchen – unter Einhaltung einiger Hygiene-Vorgaben – wieder öffnen. Die Friseure sind jetzt schon für Wochen ausgebucht, obwohl nach ersten Umfragen erst 10% der Bevölkerung schon einen Friseurtermin haben. So wie es aussieht, werden Friseurtermine das neue Toilettenpapier – also Mangelware.

Mein Optiker des geringsten Misstrauens hat auch ab heute wieder zu den üblichen Geschäftszeiten geöffnet. Da am Wochenende an meiner PC-Brille ein Nasenpuffer abgegangen ist, habe ich mir die Brille reparieren lassen. Die Türe des Geschäfts steht offen, ist aber mit einem Werbeaufsteller versperrt, sodass man nur nach Aufforderung das Geschäft betreten kann. Als ich im Geschäft war und freundlich bedient wurde, schlenderte ein ergrauter Mann (der altersbedingt wohl zur Corona-Risikogruppe gehört) an dem Geschäft vorbei, blieb genau vor der geöffneten Eingangstüre stehen, schaute sich unsicher um, spucke auf den Boden und ging seelenruhig weiter. Der Optiker– mit einem entsetzten Gesichtsausdruck – konnte nur noch stammeln: „Das gibt’s doch nicht, der rotzt da hin!“

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7. April 2020

Für den heutigen Tag war ursprünglich ein Friseur-Termin vorgesehen. Da wegen der Coronakrise die Friseure aber geschlossen haben, lasse ich jetzt Haar und Bart einfach wachsen. Je länger die Pandemie dauert, um so länger werden die Haare und der Bart.

Bevor alle anderen die Getränkemärkte wegen Ostern stürmen, habe ich heute Vormittag meinen Wasservorrat aufgefüllt und 4 Kästen Mineralwasser käuflich erworben. Nebenbei habe ich noch das Altglas in den Container entsorgt und Lotto für die nächsten 5 Wochen abgegeben.

Was mir beim Einkaufen mit den Einschränkungen des Abstand Haltens während der Coronakrise besonders auffällt, sind die doofen, renitenten Rentner. Die stellen sich, um ein Pläuschchen miteinander zu halten, so vor die Einkaufswagen-Abstellfläche, dass kein Mensch mehr einen Einkaufswagen nehmen kann ohne die Abstandsregeln zu verletzten. Oder sie stehen in einer größeren Gruppe mitten im Eingangsbereich, so dass keiner mehr vorbeikommt. Und wenn dann jemand höflich darum bittet, doch bitte Platz zu machen, regen sich diese doofen, renitenten Rentner lautstark schimpfend auf.