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Corona Diary

Prolog

Ich hab’ dann mal so ein Corona Tagebuch gebastelt, um – falls ich’s überlebe – Recherchematerial für meine Biografie zu haben.

Und falls ich’s nicht überlebe, sind meine letzten Tage wenigstens für die Nachwelt schriftlich festgehalten.

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1. August 2020

Das Robert-Koch-Institut befürchtet, dass die zweite Corona-Welle seit Tagen im Anmarsch ist. Hier in NRW hat sich die Anzahl der Neuinfizierten innerhalb weniger Tage verdoppelt und dieser Trend hält (auch in Deutschland und weltweit) an. Die Lockerungen der Corona-Einschränkungen, die Reise- und Urlaubszeit sowie die Sorglosigkeit mancher Leute zeigen Wirkung. In den Urlaubsregionen drängeln sich Kurzurlauber, auf den Partymeilen der Großstädte wird dicht an dicht gefeiert und Corona-Leugner vermischen sich mit Aluhutträgern und Rechtsradikalen bei Demonstrationen in den Innenstädten, und das alles ohne auf den Abstand zu achten und ohne Nasen-Mund-Schutz.

Für mich heißt da umso mehr: immer Abstand halten, oft die Hände waschen und bei mehreren Leuten in geschlossenen Räumen einen Mund-Nasen-Schutz tragen. Wenn ich mich so selber beobachte, stelle ich fest, dass ich durch die Corona-Einschränkungen ein wenig menschenscheu geworden bin.

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24. Juli 2020

Heute, an meinem eigenen Geburtstag, habe ich zum ersten Mal nach fast 5 Monaten die Liebste wieder umarmt und geherzt. Corona hatte uns so lange getrennt. Es ist schon Shayce, wenn beide aufgrund des Alters zur Risikogruppe gehören. Und ich mit meinen Vorerkrankungen bin da nochmals mehr vorsichtig.

Doch jetzt lässt sich das persönliche Risiko – sich das Coronavirus einzufangen – besser als am Anfang der Pandemie, einschätzen. Und so haben wir wieder eines von vielen noch kommenden wunderbaren Wochenenden miteinander verbracht.

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10. Juli 2020

Die ersten Weihnachtsmärkte werden abgesagt und die deutschen Partytouristen feiern auf Mallorca, ohne sich an geltende Corona-Regeln zu halten. Der Kommerz geht weiter.

Und hierzulande wird laut darüber nachgedacht, in Geschäften die Maskenpflicht abzuschaffen, damit man wieder lustvoller einkaufen gehen kann.

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7. Juli 2020

Vor über drei Monaten habe ich den Keller aufgeräumt und Sachen, die zum Recyclinghof gebracht werden müssen, zusammengestellt. Damals ging die ganze Shayce mit dem Coronavirus los und alle Menschen im Heimatkaff haben wie wild ihre Garagen und Kellerräume ausgemistet. Deshalb war zu der Zeit der Recyclinghof total überlaufen und es mussten stundenlange Wartezeiten in kauf genommen werden.

Heute habe ich endlich den Kram im Recyclinghof entsorgt.

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2. Juli 2020

Seit diesem Monat hat unsere Obrigkeit ja bekanntlich wegen der Corona-Krise die Mehrwertsteuer gesenkt und das wird jetzt vom Handel kräftig beworben.

Ein Beispiel aus der Lebensmittelbranche – das mir aufgefallen ist – zeigt, dass die Mischkalkulation der Händler funktioniert. Vor der Mehrwertsteuersenkung kostete das Glas Konfitüre, das ich bevorzuge, als Normalpreis 1,59 Euro. Und nach der Mehrwertsteuersenkung kostet dieses Glas Konfitüre als Normalpreis 1,65 Euro, also fast 4 % mehr.

Dinge, die man gewöhnlich seltener braucht, sind dagegen im Cent-Bereich mit großem Werbe-Tamtam im Preis gesenkt worden. Unterm Strich hat der Händler dabei wohl ein Plus gemacht, um den großen Gewinner dieser, auf ein halbes Jahr befristeten Aktion, bezahlen zu können.

Anmerkung: Ich kaufe diese Konfitüre immer zum Angebotspreis zwischen 0,99 Euro und 1,19 Euro.

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24. Juni 2020

Die Landesbehörden haben ihre eigenen Beschlüsse nicht oder nur sehr zögerlich befolgt und erst auf Druck der Öffentlichkeit einen Lockdown rund um die Fleischfabrik Tönnies angeordnet. Jetzt gelten in zwei Landkreisen in NRW wieder Kontaktbeschränkungen, Schulschließungen und Einschränkungen des öffentlichen Lebens.

Alle warnen von der zweiten Corona-Welle. Erste Länder warnen vor Reisen in Teile von NRW und Reiseländer weisen Gäste aus den zwei NRW Lockdown Kreisen ab. Das Wort „Beherbergungsverbot“ macht die Runde. Die Gesellschaft spaltet sich noch mehr, als sie es ohnehin schon ist.

Weihnachten zur dritten Corona-Welle, wenn sich das Virus wegen der niedrigen Temperaturen besonders wohlfühlt, sind die Einsichtigen dann brav alleine zu Hause und die Verantwortungslosen rebellieren in Massen auf den Straßen. Vielleicht merken die Menschen dann, dass uns das Virus nicht Monate, sondern Jahre beschäftigen wird und dass das gesellschaftliche Leben sich dadurch grundsätzlich verändern wird.

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15. Juni 2020

Jetzt – nach 3 Monaten Corona-Regeln – ist fast alles (mit Auflagen) wieder geöffnet, außer Diskotheken und Bordelle. Da fragt sich (IMHO zu Recht) Herr Lauterbach von der SPD: „Wer schützt jetzt die vielen Vernünftigen vor den wenigen Verantwortungslosen?“

Weiterhin gilt im öffentlichen Raum generell ein Mindestabstand von 1,5 Metern. Kann der Mindestabstand nicht eingehalten werden, wird das Tragen von Alltagsmasken empfohlen. Im ÖPNV und Geschäften sind Masken Pflicht. In den eigenen vier Wänden gibt es keine Einschränkungen. Da muss jeder in Eigenverantwortung handeln. Ob es allerdings im Sinne des Infektionsschutzes sinnvoll ist zu Hause Partys oder Familienfeste zu feiern, mag dahingestellt sein.

Ich werde mich jedenfalls auch weiterhin an ein paar kleine Regeln halten:

  • Kontakte vermeiden und Abstand halten
  • in öffentlichen Innenräumen Mund-Nasen-Schutz tragen
  • regelmäßiges Händewaschen
  • Nies- und Husten-Netiquette beachten

Morgen soll dann auch die Corona-Warn-App veröffentlicht werden, eine Contact-Tracing-App, die dezentral erfasst, welche Smartphones einander nahegekommen sind und so Kontakte im Nachhinein nachverfolgen kann.